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Rikscha Fahrdienst

Projekt „Mit einer Rikscha zurück ins Leben“

1. Ausgangslage und Projektidee

Einsamkeit und eingeschränkte Mobilität können insbesondere für ältere Menschen zu einem zunehmenden Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben führen. Fehlende Kontakte, körperliche Einschränkungen und die Schwierigkeit, Veranstaltungen, Angebote oder Treffpunkte selbstständig zu erreichen, schränken den persönlichen und sozialen Radius ein.

Hier setzt das Projekt „Mit einer Rikscha zurück ins Leben“ der Initiative Stadtklima Altdorf e. V. an.

Mit einem kostenlosen Rikscha-Mitfahrangebot werden ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen in Altdorf und den Außenorten abgeholt, begleitet und zu ihren gewünschten Zielen gebracht. Die Rikscha dient dabei nicht allein als Transportmittel. Der persönliche Kontakt zum ehrenamtlichen Rikscha-Fahrer ist ein wesentlicher Bestandteil des Projektes.

Durch eine niederschwellige und vertrauensvolle Ansprache informiert, motiviert und animiert der Rikscha-Fahrer die Menschen dazu, wieder stärker am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Gleichzeitig ermöglicht er ihnen, Veranstaltungen, Kurse, Begegnungsangebote, Einkaufsmöglichkeiten oder andere soziale Aktivitäten zu erreichen.

2. Ziel des Projektes

Ziel des Projektes ist es, die Gesundheit und Lebensqualität einsamer älterer Menschen zu fördern und sozialer Isolation präventiv entgegenzuwirken.

Durch das Angebot soll der physische und psychische Radius der Menschen erweitert werden. Die Rikscha ermöglicht Begegnung, Bewegung, Teilhabe und persönliche Ansprache und schafft damit einen niedrigschwelligen Zugang zu bestehenden Angeboten im Stadtteil.

Das Projekt verbindet somit drei wesentliche Elemente:

· Informieren: Die Fahrer machen auf Veranstaltungen, Kurse, Treffpunkte und weitere Angebote aufmerksam.

· Motivieren: Durch persönliche Ansprache werden ältere Menschen ermutigt, ihre Wohnung wieder häufiger zu verlassen und Kontakte wahrzunehmen.

· Transportieren: Die kostenlose Rikscha-Fahrt überwindet Mobilitätsbarrieren und ermöglicht die tatsächliche Teilnahme.

· Gesundheitsförderung: Eine gestärkte Psyche stärkt auch den Körper und es trainiert gleichzeitig das Team der ehrenamtlichen Fahrer.

3. Zielgruppe

Das Angebot richtet sich insbesondere an:

· ältere Menschen,
· alleinlebende und von Einsamkeit bedrohte Menschen
· Menschen mit eingeschränkter Mobilität
· Menschen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen oder fehlender eigener Mobilität Schwierigkeiten haben, Veranstaltungen und Angebote zu erreichen
· Bewohnerinnen und Bewohner aus Altdorf und den Außenorten

Das Angebot ist bewusst niederschwellig, kostenlos und persönlich gestaltet. Dadurch sollen auch Menschen erreicht werden, die bestehende Beratungs- oder Mobilitätsangebote bislang nicht nutzen.

4. Geplante Maßnahmen

Für die Umsetzung des Projektes sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

Aufbau eines ehrenamtlichen Teams
Es wird ein ehrenamtliches Team aus Rikscha-Fahrern, Fahrradtechnikern und einer koordinierenden Person bzw. einem Koordinationsteam aufgebaut.

Schulung der Rikscha-Fahrer
Die ehrenamtlichen Fahrer erhalten Schulungen in den Bereichen:
· sicheres und verantwortungsvolles Rikscha-Fahren
· Fahrtraining und praktische Einweisung
· Umgang und Kommunikation mit älteren Menschen
· Sensibilisierung für die besonderen Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Personen.

Verankerung im Verein
Das Projekt wird organisatorisch bei der Initiative Stadtklima Altdorf e. V. angesiedelt. Der Verein übernimmt damit den organisatorischen und strukturellen Rahmen für das Angebot.

Aufbau der Infrastruktur
Für den Betrieb werden unter anderem folgende Strukturen geschaffen:

· Versicherung der Rikschas und des Angebots
· Einrichtung und Unterstellung einer Rikscha-Station
· Erstellung eines Fahrplans
· Einrichtung einer Festnetznummer für Vorbestellungen
· Koordination der Fahrtermine
· Wartung und Reparatur der Rikschas
· laufende Pflege einer monatlichen Ideen- und Veranstaltungsliste mit interessanten Angeboten im Stadtteil.

Öffentlichkeitsarbeit
Damit das Angebot bekannt wird und die Zielgruppe erreicht, wird regelmäßig über verschiedene Kanäle informiert, unter anderem über:
· Gemeindeblatt
· Stadtteilmagazin
· Stadtnachrichten
· Facebook und weitere geeignete Kommunikationskanäle.

5. Ehrenamtliches Engagement

Ein zentraler Bestandteil des Projektes ist das ehrenamtliche Engagement.
Die Rikscha-Fahrerinnen und -Fahrer engagieren sich freiwillig und unentgeltlich. Auch die Gewinnung und Betreuung weiterer Fahrer sowie die Termin- und Fahrtenlogistik werden ehrenamtlich organisiert.
Dadurch entsteht ein persönliches, nachbarschaftliches Angebot, das nicht nur Mobilität ermöglicht, sondern zugleich soziale Beziehungen und Begegnungen fördert.

6. Finanzierung

Das Rikscha-Angebot soll für die Nutzerinnen und Nutzer kostenlos sein. Damit die Nutzung unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der älteren Menschen möglich ist, wird das Projekt über Spenden und ehrenamtliches Engagement getragen.

Die Finanzierung umfasst insbesondere:
· Versicherung
· Wartung und Reparatur der Rikschas
· Unterstellung
· Aufbau und Ausstattung der Rikscha-Station
· Öffentlichkeitsarbeit
· gegebenenfalls notwendige technische Ausstattung und Ersatzteile.

Die technische Betreuung und ein Teil der anfallenden Reparaturen können über die Radwerkstatt des Vereins erfolgen.

7. Wirkung und Nachhaltigkeit

„Mit einer Rikscha zurück ins Leben“ versteht Mobilität nicht lediglich als die Überwindung einer Wegstrecke. Die Fahrt wird zum Türöffner für soziale Teilhabe.

Der persönliche Kontakt zwischen Fahrer und Fahrgast schafft Vertrauen. Gleichzeitig erhält der ältere Mensch Informationen über Angebote in seinem Umfeld und wird ermutigt, diese wahrzunehmen. So können aus einer einzelnen Rikscha-Fahrt weitere Begegnungen, Aktivitäten und soziale Kontakte entstehen.

Das Projekt wirkt damit präventiv gegen die Folgen von Einsamkeit und kann dazu beitragen,
· soziale Isolation zu vermindern
· gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen
· Selbstständigkeit und Selbstvertrauen zu stärken
· Bewegung und Aktivität zu fördern
· vorhandene Angebote im Stadtteil besser zugänglich zu machen
· nachbarschaftliche Begegnungen zu schaffen und
· die Lebensqualität älterer Menschen nachhaltig zu verbessern.

Durch den Aufbau eines ehrenamtlichen Teams, die Verankerung beim Verein und die Finanzierung über Spenden und Vereinsstrukturen soll das Angebot langfristig und dauerhaft in Altdorf etabliert werden.